Deutscher Journalisten-Verband Landesverband Niedersachsen

DJV-Mitglied in Niedersachsen

Marco Heuer

Marco Heuer ist als Reporter für das NDR Fernsehen und ARD-aktuell tätig. Daneben arbeitet er als Coach und Moderator von Veranstaltungen. Als einer von drei Sprechern des Anfang Mai gegründeten Freienrats und Mitglied der NDR-Clearingstelle setzt sich der 47-Jährige für die Belange der rund 190 freien Autorinnen und Autoren beim NDR in Niedersachsen ein.

„Als Reporter bin ich von der Idee bis zum fertigen Beitrag dabei – meistens hinter der Kamera, manchmal auch davor“, erklärt Marco Heuer. Beim NDR berichtet er hauptsächlich für die Sendungen „Hallo Niedersachsen“, „NDR Info 21:45“ sowie das Doku-Format „Nord-Reportage“. Dabei arbeitet er vor allem in der tagesaktuellen Berichterstattung und in der Landespolitik. Zu seinen Aufgaben zählt auch die Berichterstattung über die AfD.

Seit Ausbruch der Pandemie hat er sich darüber hinaus mit vielen Corona-Themen beschäftigt. Als Reporter war er weiterhin hauptsächlich vor Ort unterwegs, allerdings oft in kleineren Teams, mit viel Abstand und häufiger mit dem eigenen Auto als mit dem Teamwagen. Am meisten hat er dabei die persönlichen Treffen und den kreativen Austausch mit den Kolleg*innen vermisst.

Zum Fernsehen kam Marco Heuer eher zufällig: „Ich war damals einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort“. Nach dem Abitur in Letter bei Hannover und dem abgeleisteten Zivildienst in der Jugendherberge Hannover studiert er zunächst in Dortmund und Bordeaux Journalistik und Politikwissenschaften, später in Bochum Rechtswissenschaften. Während dieser Zeit absolviert er Mitte der 1990er Jahre ein einjähriges Zeitungsvolontariat bei der Thüringer Allgemeinen in Erfurt, tritt seine erste Redakteursstelle in Weimar an und arbeitet später als freier Journalist beim Medienhaus Dortmund.

Nach Abschluss seines Studiums eröffnet sich ihm 2002 bei der Deutschen Welle in Berlin der Quereinstieg als TV-Reporter. „Beim Vorstellungsgespräch in einem Café in Kreuzberg hatte mein Chef sein Geld vergessen, ich musste ihm was auslegen. Es gibt schlechtere Einstiege“, erzählt Marco Heuer. Zeitgleich arbeitet er für das ARD-Morgenmagazin in Köln. 2009 wechselt er zu „Buten un Binnen“ bei Radio Bremen, 2011 schließlich zum NDR in die niedersächsische Landeshauptstadt. Bis 2014 wohnt er weiterhin in Berlin, dann geht es für ihn ganz zurück nach Hannover.

Jetzt steht für den 47-Jährigen erst mal viel Arbeit im neu gegründeten Freienrat an. Dieser besteht derzeit aus 15 Mitgliedern aus zwölf unterschiedlichen Abteilungen, die sich regelmäßig treffen und monatliche Gespräche mit der Hausspitze führen. Zudem beteiligt er sich an einem runden Tisch mit NDR-Autor*innen aus den anderen Nordländern.

„Wir wollen die großen Veränderungen im Haus und den Crossmedia-Prozess im NDR konstruktiv und kritisch begleiten“, sagt Marco Heuer. „Wichtig sind uns eine bessere Planbarkeit und Auftragslage für viele AutorInnen, ein gutes Arbeitsklima sowie Entwicklungsmöglichkeiten“. Außerdem fordert der gebürtige Hannoveraner klare und verlässliche Aussagen, damit die Kolleg*innen frei entscheiden können, ob sie den Weg hin zu einer crossmedial aufgestellten, verschlankten Redaktion mitgehen wollen oder nicht.

Die Tarif- und Honorarverhandlungen überlässt der Freienrat hingegen weiter den Gewerkschaften. „Da sind wir auf Unterstützung angewiesen und die brauchen wir auch“, unterstreicht der Freiberufler, der seit 2015 Mitglied im DJV ist. Er findet eine gewerkschaftliche Vertretung grundsätzlich wichtig und freut sich, dass der DJV in Niedersachsen unter anderem auch im Bereich Fortbildungen aktiv ist.

Er selbst engagiert sich aktuell mit einem kleinen Kernteam dafür, einen eigenen journalistischen Verein in Hannover zu gründen. Anlass waren
die jüngsten Querelen im Presseclub Hannover. „Wir wollen etwas Neues auf die Beine stellen. Der genaue Fokus ist noch nicht klar. Aber es könnte eine Mischung aus Vernetzung, Weiterbildung und sozialem Engagement werden,“ so Heuer. „Auch medienpolitische Debatten und die Nachwuchsförderung werden uns beschäftigen.“ Erste Veranstaltungen sollen nach dem Ende der Sommerpause stattfinden.

Text: Lisa Stegner

Foto: privat

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