Deutscher Journalisten-Verband Landesverband Niedersachsen

DJV-Mitglied in Niedersachsen

Sascha Priesemann

Sascha Priesemann arbeitet als Site Manager beim RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) für die niedersächsischen Tageszeitungstitel der Madsack-Mediengruppe. Im DJV Niedersachsen bringt er sich aktiv als stellvertretender Leiter der Fachgruppe Junge Journalist*innen ein.

„Meine Arbeit selbst hat sich nicht verändert – nur dass ich sie jetzt von zuhause aus erledige“, sagt Sascha Priesemann über die Zeit seit Ausbruch der Corona-Pandemie. Als Site Manager beim RND ist er für die Seitensteuerung der niedersächsischen Zeitungstitel – Hannoversche Allgemeine Zeitung, Neue Presse, Wolfsburger Allgemeine Zeitung, Aller-Zeitung, Peiner Allgemeine Zeitung und das Göttinger Tageblatt – sowie für die zugehörigen Social-Media-Kanäle zuständig. Zwischen 6 und 23 Uhr versorgt täglich ein Team aus rund 15 freien und festangestellten Personen die Menschen aus dem ganzen Land mit den wichtigsten und aktuellsten Nachrichten aus ihrer jeweiligen Region.

Was sich allerdings im letzten Jahr geändert hat, sind die Themen. Etwa zwei Drittel der gelesenen Artikel behandeln Corona – was allerdings auch daran liegt, dass hiervon alle Ressorts – von Kultur über Wirt-schaft bis hin zu Gesundheit – betroffen sind. Komplett geändert habe sich etwa der Bereich Kriminalität und Verbrechen, erzählt Priesemann: „Das illegale Grünkohlessen im Hinterzimmer ist beinahe so klickstark wie ein Doppelmord.“ Im Bereich Social Media haben vor allem die Kommentare im vergangenen Jahr massiv zugenommen. „Wir müssen inzwischen ganz schön eingreifen“, sagt der gelernte Zeitungsredakteur. Die Geduld der Menschen sei spürbar am Ende, auch der Hass habe zugenommen – nur dass er sich jetzt weniger auf Flüchtlinge oder Klima-Aktivist*innen und mehr auf prominente Corona-Figuren aus Politik und Wissenschaft richte.

Geboren in Hannover-Bothfeld und aufgewachsen in Sehnde, findet Sascha Priesemann schon früh über ein Schülerpraktikum bei der Madsack-Heimatzeitung für den Bereich Burgdorf/Uetze in den Journalismus. Neben seinem Studium der Politikwissenschaft an der Leibniz Universität in Hannover betreibt er sein eigenes Lokalsport-Blog „Dorfkicker“, arbeitet später als freier Journalist bei den Heimatzeitungen der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung in Langenhagen, Burgwedel und Lehrte. Seit 2014 ist er zudem als freier Online-Redakteur im Amateurfußballbereich für das Portal „Sportbuzzer“ tätig. Hier wirbt ihn eine Kollegin für den Deutschen Journalisten-Verband, dem er 2016 beitritt – für ihn eine gute Möglichkeit, in den Beruf reinzukommen. „Mir hat es Orientierung gebracht und Vorbilder aufgezeigt, wie die Berufstätigkeit als Freiberufler gelingen kann“, erinnert sich der heute 28-Jährige. Seit zwei Jahren bringt er sich auch aktiv in der Fachgruppe Junge Journalist*innen ein – um etwas von seinen eigenen Erfahrungen weiterzugeben und jüngeren Mitgliedern Wege in den Beruf aufzuzeigen.

Im Tageszeitungs-Journalismus fühlt sich Sascha Priesemann nach wie vor gut aufgehoben: „Ich bin ein absoluter Nachrichtenjunkie und mir gefällt, dass mein Beruf so abwechslungsreich ist“. Als Volontär bei der Neuen Presse hat er etwa die Kanalisation von Hannover erkundet und für die mit dem European Newspaper Award ausgezeichnete Serie „Lost Places“ die frühere Freiherr-von-Fritsch-Kaserne in Hannover-Bothfeld, leer stehende Villen und alte Bunkeranlangen besucht. Für die Zukunft kann er sich gut vorstellen, auch wieder in die Rolle des schreibenden Redakteurs schlüpfen.

Für die Fachgruppe Junge Journalist*innen organisierte er unter anderem eine digitale Fortbildungsreihe zum Thema Podcasten. Im  DJV-Digital-Talk am 18. März 2021 waren Jan Gesthuizen (Vincentz Network) und Lucie Kluth (NDR) zu Gast und sprachen über Technik und Tools.

Text: Lisa Stegner

Foto: privat

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