Pressefreiheit
Klinikchef scheitert mit Zeitungsverbot in Ostfriesland

Der Chef des Klinikverbunds Aurich-Emden-Norden hatte verfügt, dass in den Krankenhäusern keine lokalen Tageszeitungen mehr verkauft werden dürfen. Drei Tage später musste er den Schritt rückgängig machen.
Angriff auf die Pressefreiheit: Der Chef des Klinikverbunds Aurich-Emden-Norden, Dirk Balster, hatte verfügt, dass in den Krankenhäusern keine lokalen Tageszeitungen mehr verkauft werden dürfen. Angeblich würden diese mit ihrer Berichterstattung Patient*innen verunsichern. Drei Tage später musste er diesen Schritt nach massivem, medienwirksamem Protest der betroffenen Redaktionen und einer Anweisung aus dem Aufsichtsrat rückgängig machen.
„Journalisten müssen damit leben, für ihre Arbeit kritisiert zu werden“, sagt Christiane Eickmann, Landesgeschäftsführerin des Deutschen Journalisten-Verbands. „Dass der Klinikchef nun aber zwischenzeitlich den Verkauf ostfriesischer Lokalzeitungen in Krankenhaus-Kiosken verhinderte, ist ein klarer Verstoß gegen die Pressfreiheit.“ Dieser Vorgang sei beispiellos und könne durchaus als Einschüchterungsversuch verstanden werden.
Der Streit hat eine Vorgeschichte: Bereits vor einigen Wochen hatten sich die örtlichen Redaktionsleiter*innen in einem gemeinsamen Schreiben an Balster gewandt. Dieser hatte via Facebook eine Erklärung verbreitet, in der er Anfragen der Emder Zeitung ausführlich selbst beantwortete und den Lokalmedien allgemein „überwiegend tendenziöse und fahrlässige Berichterstattung“ vorwarf.