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Niedersächsischer Verbandstag

DJV fordert Verbandsklagerecht bei Equal Pay-Verfahren

01.05.2024

Landesvorsitzender Sascha PriesemannFoto: Sarah Franke

Teilnehmende des Niedersächsischen DJV-Verbandstages beschlossen ein Verbandsklagerecht für Frauen, die sich für gleiche Löhne wie ihre Kollegen einsetzen. Weiteres Thema: Investigativjournalismus

Mitglieder des DJV Niedersachsen verabschiedeten auf dem Niedersächsischen Verbandstag in Hannover einstimmig einen Antrag, in dem der DJV-Bundesvorstand aufgefordert wird, sich für ein Verbandsklagerecht im Sinne von Equal Pay einzusetzen. Dem DJV soll ermöglicht werden, Frauen in gerichtlichen Verfahren zu vertreten, in denen sich diese dagegen wehren, schlechter als ihre Kollegen entlohnt zu werden. Ein entsprechender Antrag soll im November beim Bundesverbandstag eingebracht werden. Eva Dahlmann-Aulike, Beisitzerin im Landesvorstand, erklärte zur Begründung des Antrags, wie schwierig es für einzelne Betroffene trotz entsprechender Gesetzgebung sei, ihr Recht einzuklagen. Rückhalt – zum Beispiel des DJV – sei wichtig.

Auch in Niedersachsen wird Pressefreiheit bedroht

Der Landesvorsitzende Sascha Priesemann warnte in seiner Rede im Freizeitheim Vahrenwald vor den Folgen niedriger Honorare für Journalist*innen und beschrieb weitere Gefahren für die Pressefreiheit. Diese drohten von der AFD aber auch von einem Teil der Bauernproteste – wenn diese beispielsweise die Auslieferungen von Zeitungen behinderten. Dem DJV sei es in den zurückliegenden Monaten gelungen, Fortschritte für seine Mitglieder zu erreichen. So hätten Mitarbeitende der Madsack Medien Ostniedersachsen nun zwei Tage Urlaub mehr. Der Landesvorstand habe sich schwerpunkmäßig vorgenommen, die Kommunikation des Verbandes zu verbessern. So sollten auch neue Mitglieder gewonnen werden. „Der DJV macht als Netzwerk auch einfach Spaß, das ist ein Pfund, mit dem wir häufiger wuchern sollten“ sagte Priesemann

Hartnäckige Recherche lohnt sich im Lokaljournalismus

Wer gründlich recherchieren möchte, sollte sich mit Auskunftsrechten auskennen. Dies machte Katharina Kutsche in Ihrem Impulsvortrag zum Thema „Investigative Recherche im Lokaljournalismus“ deutlich. Kutsche ist Teil des fünfköpfigen Investigativ-Teams der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Beispielhaft berichtete sie von der Berichterstattung zum Stadionvertrag der Stadt Hannover mit Hannover 96. Letztendlich sei die Redaktion über das Niedersächsische Umweltinformationsgesetz an den Vertrag gekommen, denn in Niedersachsen gäbe es kein Informationsfreiheitsgesetz. In einem zweiten Impuls berichtete die per Video zugeschaltete Anna Paarmann von der Landeszeitung in der Lüneburger Heide vom Projekt „Wem gehört die Stadt?“ aus dem Jahr 2019. Unterstützt vom Rechercheverbund „Correctiv“ und der Innovationsplattform „tactile.news“ war damals vor allem mit Hilfe von freiwilligen Angaben von Mieter*innen und Vermieter*innen berichtet worden. „Von der Recherche zehren wir bis heute“, betonte Paarmann.

Fotos: Sarah Franke