Imre Grimm

Imre Grimm ist als Autor und Koordinator für Medien seit der Gründungsphase beim RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) tätig. Außerdem tritt er gemeinsam mit Kollegen als Kolumnen-Duo „Janssen & Grimm“ und dem satirischen Sextett „Salon Herbert Royal“ auf.

Der gebürtige Hannoveraner Imre Grimm ist bei seinen Lesern und Leserinnen bekannt für seine fein beobachteten Glossen, Betrachtungen von Medienphänomenen oder Texten über gesellschaftliche Trends. Seine journalistische Karriere hat er jedoch ganz bodenständigen im Lokalen begonnen - als Praktikant bei der zur Hannoverschen Allgemeine Zeitung (HAZ) gehörenden damaligen Landkreiszeitung Nord. Nach dem Abitur studiert er ab 1992 Geschichte und Germanistik an der Leibniz Universität und ist währenddessen weiter als freier Mitarbeiter für die Landkreiszeitungen in Springe und Laatzen tätig. „Ich habe früh gemerkt, dass Journalismus das Richtige für mich ist – die wichtigste Lehrzeit war für mich daher nicht die Uni, sondern die freie Mitarbeit in der Region“, sagt er. 1996 volontiert er bei der HAZ und arbeitet danach als festangestellter Redakteur zunächst im Ressort „Welt im Spiegel“.

Im DJV ist Imre Grimm seit mehr als 20 Jahren Mitglied. Warum, ist schnell erklärt: „Meine engste Kollegin war sehr aktiv im DJV und hat mich erfolgreich davon überzeugt, dass die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft eine gute Sache ist, was ich bis heute so sehe.“ Auch in juristischen Fragen habe er stets kompetente Hilfe und wertvolle Tipps bekommen, etwa zum Umgang mit einer Internetveröffentlichung.

Bereits seit 1999 schreibt Imre Grimm eine wöchentliche Kolumne für die HAZ und ihre Partnerzeitungen („Das Ding“). Rund 1000 Folgen sind bisher erschienen. Gemeinsam mit seinem Kolumnistenkollege Uwe Janssen („Leben ohne“) ist er als „Janssen & Grimm“ auf der Bühne aktiv, von März an mit dem sechsten Showprogramm „Ping!“. Zudem treten beide Journalisten mit weiteren Madsack-Kollegen seit 2011 als satirisches Sextett „Salon Herbert Royal“ auf. Der Shows sind häufig ausverkauft. „Ein guter Witz hat größere Wirkung als mancher Kommentar“, sagt der 45-Jährige.

Als verantwortlicher Redakteur für Medien betreut Grimm ab 2005 eine tägliche Seite bei der HAZ. „Medienjournalismus ist ein spannendes und vielfältiges Themenfeld, weil innerhalb der Branche ein fundamentaler Umbruch im Gange ist“, sagt er. Im März 2014 wechselt er als Autor und Koordinator für Medien als einer der ersten Journalisten zum neu gegründeten RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Denn die Medienseite ist eine der ersten Seiten des RND, die überhaupt für andere Madsack-Zeitungen außerhalb Niedersachsens produziert wird.

Grimm ist seit mehreren Jahren auch als Experte für den „Eurovision Song Contest“  bekannt. Dass die Show schon lange nichts mehr mit dem einstigen „Schlager-Grand-Prix“ zu tun hat, sondern stets auch politischen Komponenten widerspiegelt, verarbeitet er in Reportagen und Interviews. In besonderer Erinnerung hat er nach wie vor die Erfolgsgeschichte von Lena Meyer-Landrut aus Hannover, die den Wettbewerb 2010 gewann. „Mich hat Ruhm als Phänomen mit seinen Mechanismen und Spielregeln immer interessiert, und hier konnte ich bei der Entstehung dieser seltsamen Seifenblase direkt Zeuge sein“, sagt Grimm. Überhaupt lasse sich an Entertainmentthemen wie dem ESC ablesen, was in einer Gesellschaft gerade vor sich gehe. Darum schreibe er im RND-Wochenendmagazin „Sonntag“ auch gern gesellschaftskritische Texte. „Zum Beispiel über den modernen Narzissmus in den sozialen Medien, den Jugendwahn in einem alternden Land oder den Größenwahn im Silicon Valley.“

Text: Lisa Stegner

Foto: privat