Carolin Burchardt

Carolin Burchardts Arbeitsplatz im gerade erst eröffneten Newsroom des RND RedaktionsNetzwerk Deutschland ist seit Wochen verwaist, denn wie viele andere Redaktionen hat auch die Madsack-Mediengruppe auf Home Office umgestellt. Und es gibt viel zu tun in Zeiten von Corona: Neben dem Live Blog gehen zurzeit etwa 20 bis 30 Artikel täglich online. „Das Thema zieht sich durch alle Ressorts“, erzählt die 41-Jährige, die seit Anfang 2018 als Koordinatorin für den Bereich Ratgeber/Lifestyle beim RND in Hannover tätig ist.

Nach dem Abitur in Laatzen und einem freiwilligen sozialen Jahr im Taubblindenzentrum Kirchrode, bei dem sie auch das Lormen - die Kommunikation mit Hilfe des Tastalphabets - lernte, studierte Carolin Burchardt Englisch, Sport und Politik auf Lehramt in Hildesheim. Durch Erzählungen ihrer Mutter, die als Sekretärin bei Madsack arbeitete, kam sie erstmals mit Journalismus in Berührung. Ein Praktikum führte sie nach dem Studium zur Neuen Presse, für die sie anschließend als freie Mitarbeiterin und Volontärin tätig war.

Danach erhielt sie ab September 2006 eine befristete Stelle in der Sportredaktion. „Das war eine richtige Herausforderung“ erinnert sich Carolin Burchardt. Die ausschließlich männlichen Kollegen machten es ihr anfangs alles andere als leicht. „Das hat mich aber eher motiviert. Dann laufe ich zur Hochform auf“, erinnert sich die Redakteurin.

2008 machte sie sich schließlich selbstständig und war unter anderem für die Leine-Zeitung in Seelze, die Madsack-Medien-Agentur, das Tablet-Magazin „Sonntag“ und die Ratgeber-Redaktion des RND tätig. Daneben arbeitete sie auch als Lehrerin und leitete eine Schüler*innen-Zeitungs-AG an der IGS Badenstedt. „Ich habe die freiberufliche Zeit und die damit verbundenen Freiheiten sehr genossen“, sagt Carolin Burchardt rückblickend. Die freie Stelle beim RND kam für sie Ende 2017 genau zum richtigen Zeitpunkt. „Meine Kinder waren gerade aus dem Gröbsten heraus und ich wollte als Alleinerziehende nicht in die tagesaktuelle Zeitungsproduktion, deshalb war es für mich perfekt geeignet“, sagt sie.    

Zu dieser Zeit trat sie auch dem DJV bei. „Dank der Unterstützung in Vertragsangelegenheiten konnte ich mit viel Rückenwind in die Verhandlungsgespräche gehen“, erklärt Carolin Burchardt. Obwohl es zurzeit aufgrund der aktuellen Situation sehr stressig zugehe und die Arbeit mit vielen Überstunden verbunden sei, habe sie das Gefühl, das Team sei trotz der physischen Distanz zuletzt noch mehr zusammengewachsen.

Ihr neuestes Projekt ist der Podcast „Corona und die Liebe“, den sie zwei Mal wöchentlich zusammen mit der Paar- und Sexualtherapeutin Ann-Marlene Henning produziert. „Bislang hatte unsere Redaktion nur Podcasts von Männern im Angebot. Da fühlten wir Frauen uns herausgefordert. Das war ein bisschen so wie damals in der Sportredaktion“, erzählt sie. Wider Erwarten – denn sie sei ja eigentlich eher Schreiberin – mache ihr das gesprochene Wort auch sehr viel Spaß, weshalb sie sich gut vorstellen kann, auch nach dem Abebben der Corona-Pandemie weiter als Podcasterin am Ball zu bleiben.

Text: Lisa Stegner

Foto: Ina Funk