Deutscher Journalisten-Verband Landesverband Niedersachsen

World Press Photo in Oldenburg und Hannover

Die Ausstellung der weltbesten Pressefotos gehört seit 2016 in jedem Jahr zum festen Programm des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte in Oldenburg. Die ursprünglich für den 20. Februar vorgesehene Eröffnung muss aufgrund des verlängerten Corona-Lockdowns um zwei Wochen verschoben werden. Die Schau soll jetzt vom 6. März bis zum 4. April im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte zu sehen sein.

Für Organisator Claus Spitzer-Ewersmann, Geschäftsführer der Oldenburger Agentur Mediavanti, ist allerdings auch klar, dass die Ausstellung in diesem Jahr gegebenenfalls ausfallen muss. falls die Entwicklung der Coronapandemie sie nicht zulasse. Andere Termine gäbe es nicht. Die Vorbereitungen für „World Press Photo 2021“ in Hannover gingen, so Spitzer-Ewersmann, vorerst unverändert weiter.

Das „Pressebild des Jahres“ hat Yasuyoshi Chiba fotografiert. Er ist Cheffotograf der Agence France-Presse (AFP) für Ostafrika und den Indischen Ozean und lebt derzeit in Nairobi, Kenia. Das Foto entstand während eines Stromausfalls in Khartoum (Sudan). Am 19. Juni 2019 rezitiert dort ein junger Mann, der von Mobiltelefonen beleuchtet wird, Protestpoesie. Demonstranten um ihn herum fordern eine Zivilregierung.   

Programm mit Workshops und Sonderschau „Everyday Africa“

Auch 2020 haben Fotografinnen und Fotografen aus mehr als 120 Ländern knapp 74.000 Aufnahmen zum Wettbewerb um die besten Pressefotos des Jahres eingereicht. 44 von ihnen wurden schließlich von der internationalen Jury mit einem World Press Photo Award ausgezeichnet. Claus Spitzer-Ewersmann, Geschäftsführer der Medienagentur Mediavanti, holt die renommierte Bilderschau seit 2016 alljährlich nach Oldenburg. Im kommenden Jahr allerdings unter ganz anderen Vorzeichen: „Alle Planungen sind selbstverständlich von der Corona-Lage beeinflusst.“

Traditionell wird der Fotograf des Pressebildes des Jahres zur Eröffnung nach Oldenburg eingeladen. „Wir haben auch eine Zusage von Yasuyoshi Chiba vorliegen“, sagte Spitzer-Ewersmann. „Aber ob er wirklich aus Kenia nach Deutschland reisen kann, werden wir wohl erst sehr kurzfristig wissen.“ Sollte Chiba nicht kommen, wird Esther Horvath, die die kürzlich abgeschlossene MOSAiC-Expedition in die Arktis mit ihren Kameras dokumentieren durfte. beim Start der Ausstellung in jedem Fall dabei sein. Ihr preisgekröntes Foto zeigt einen Eisbären und sein Junges im Oktober 2019 im zentralen Arktischen Ozean in die Nähe der Ausrüstung, die von Wissenschaftlern des Forschungsschiffes „Polarstern“ aufgestellt wurde 

Neben verschiedenen Workshops sind auch spezielle Angebote für Schulklassen geplant. Lehrer, die mit ihren Klassen im Unterricht Themen wie Pressefreiheit und Fotojournalismus erarbeiten möchten, können dafür auf Informationsbroschüren und Aufgabenhefte zurückgreifen. Für Ausstellungsbesuche steht ihnen exklusiv der Montagvormittag zur Verfügung, an dem das Museum für andere Gäste geschlossen bleibt.

Ebenfalls eine Neuauflage erfahren wird die Sonderschau „Everyday Africa“. In ihr sind ausschließlich afrikanische Fotografinnen und Fotografen vertreten, die ihren Alltag dokumentieren. Mit dem aus dem Sudan stammenden und im dänischen Aarhus studierenden Salih Basheer wird ein Vertreter von „Everyday Africa“ zu einem Vortrag nach Oldenburg kommen.

Daneben steht das Rahmenprogramm genau wie die Ausstellung selbst unter dem Vorbehalt der Corona-Maßnahmen. Für die Sonntagsmatineen und alle anderen Veranstaltungen wird ein Vorverkauf eingeführt. Aber auch Corona selbst wird zum Thema. Der Leipziger Fotograf Ingmar Björn Nolting arbeitet seit März an seinem Langzeitprojekt „Neuland“. Darin zeigt er, wie die Pandemie Deutschland verändert hat.

„World Press Photo 2021“ zeigt vom 14. August bis 5. September in der Kunsthalle Faust in Hannover Fotos, die erst im April nächsten Jahres in insgesamt acht Kategorien von einer Jury ausgewählt werden. Auch die Ausstellung in Hannover wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet. Mit dem einzigen journalistisch geprägten Fotografiestudiengang des Landes ist Niedersachsens Hauptstadt Hannover so etwas wie Deutschlands Zentrum der Pressefotografie.

Weitere Infos: www.worldpressphoto-oldenburg.de
www.worldpressphoto.org

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