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2026

Niedersächsischer Verbandstag

9. Mai 2026 im Kulturzentrum Pavillon

Auf dem Programm des niedersächsischen Verbandstages stehen in diesem Jahr Neuwahlen des Landesvorstandes, die Wahl der Delegierten zum Bundes-Verbandstag im November in Wiesbaden und die Wahl neuer Sprecher*innen für einige Fachausschüsse. Außerdem wird der Landesvorstand eine neue Beitragsordnung zur Entscheidung stellen.

Weil der DJV-Landesverband Niedersachsen in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag feiert, gibt es außerdem ein kleines kulturelles Programm bei einem Getränk.  Wir freuen uns, wenn viele gratulieren und mit uns feiern wollen.

Getagt wird ab 10.30 Uhr im Veranstaltungszentrum Pavillon in Hannover.

Anmeldungen bitte bis Freitag, 24. April an die DJV-Geschäftststelle.

 

Einladung zum Niedersächsichen Verbandstag 2026

Informationen zum Niedersächsischen Verbandstag 2026

Veranstaltungsort

Kulturzentrum Pavillon

Lister Meile 4, 30161 Hannover

Das barrierefreie Gebäude ist gut in wenigen Minuten zu Fuß vom Hauptbahnhof erreichbar.

Termin

Samstag, 9. Mai 2026 ab 10.30 Uhr

Das Tagungsbüro öffnet um 10 Uhr

Tagesordnung

Top 1   Begrüßung

Top 2   Wahl des Tagungspräsidiums, Wahl der Mandatsprüfungskommission / Wahlhelfer*innen 

Top 3   Bericht des Landesvorstands, Bericht Kassenprüfung, Aussprache

Top 4   Entlastung des Landesvorstands / Ehrungen langjähriger Mitglieder

Top 5   Wahlen: Landesvorstand (1. und 2. Vorsitzende/r, Schatzmeister*in, 2 Beisitzer*innen), 2 Kassenprüfer*innen. Schlichtungsausschuss, Fachgruppenvorsitzende

Top 6   Wahl der Delegierten für den Bundesverbandstag

ca. 12.30 Uhr: Imbiss und Umtrunk zum 80. Geburtstag des DJV Niedersachsen

Top 7   Neue Beitragsordnung

Top 8  Satzungsändernde Anträge

Top 9 Sonstige Anträge

Top 10   Verschiedenes / Schlusswort

Anträge

Antrag: Neue Beitragsordnung
Antragssteller: Landesvorstand DJV Niedersachsen

Antragstext (PDF)



Resolution: Vergütungspflicht der Medienunternehmen und Rundfunkanstalten für die Nutzung der Beiträge freier Journalist*innen in KI-Systemen

Antragsteller: Landesvorstand DJV Niedersachsen

Text der Resolution (PDF)

Bericht des Vorstandsvorsitzenden

Liebe Mitglieder,

der Journalismus wird zunehmend entwertet. Ökonomen fürchten bereits die nächste Inflationswelle durch den Iran-Krieg. Dabei ist die letzte noch gar nicht ausgeglichen. Gerade den tariflosen Redakteur*innen und allen freien Journalist*innen setzt das zu. Wer heute in den Supermarkt geht, zahlt für seinen mittelgroßen Einkauf gerne mal 20 Euro mehr als noch vor zehn Jahren. Wer mit den freien Journalist*innen in den Redaktionen über Tagessätze spricht, hört meist noch immer die gleichen Honorare wie zu der Zeit als ein Döner zum Mittag noch unter fünf Euro kostete.

Gleichzeitig sind die freien Kolleg*innen immer häufiger dazu gezwungen, ihre Arbeit zu verschenken, um überhaupt noch Aufträge zu bekommen. Wie selbstverständlich nutzen die Verlage die Texte von Freien für das Training der hauseigenen KI – ohne, dafür auch nur einen Cent mehr an die Kolleg*innen zu zahlen. Gegen diese Praxis wendet sich der Antrag des Landesvorstands, über den wir beim Landesverbandstag des DJV Niedersachsen am 9. Mai abstimmen lassen wollen.

Ein wichtiger Partner für die freien Journalist*innen in Niedersachsen bleibt der DJV. Anfang des Jahres gelang durch eine Verbandsklage ein Erfolg vor Gericht. Die Funke Medien Niedersachsen GmbH und die Funke Harz Kurier GmbH mussten ihre freien Mitarbeiter*innen darüber informieren, dass Teile ihrer Klauseln in den Rahmenverträgen rechtlich unwirksam sind.

Für Redakteur*innen an Tageszeitungen konnte der DJV im vergangenen Jahr nach zähen Verhandlungen ein sehr gutes Tarifergebnis erzielen. Es gibt ein sattes Plus von bis zu 10,5 Prozent über eine Laufzeit von 36 Monaten. Auch für die Redakteur*innen an Zeitschriften gibt es mehr Geld. Für sie stiegen die Gehälter zum 1. Juli um 160 Euro, in diesem Jahr dann nochmal um 2,8 Prozent. Die Mitarbeitenden von Heise Medien in Hannover unterstützen die Verhandlungen dreimal mit kämpferischen Mittagspausen. Vielen Dank dafür!

Gerade bei den Tageszeitungen ist Niedersachsen aber ein inzwischen ein tarifloser Landstrich. Nach dem Erfolg bei Funke setzen wir unseren Einsatz für Haustarife fort. Gerade die jungen Journalist*innen brauchen eine Perspektive, um dem Journalismus erhalten zu bleiben. Auch bei Funke-Konkurrent Madsack arbeiten wir in Hannover inzwischen mit engagierten Kolleg*innen an einem Haustarif.

Dass dies ein mitunter langer und zäher Weg werden kann, erleben gerade die Redakteur*innen der Lübecker Nachrichten in Schleswig-Holstein. Sie leben mit großem Engagement vor, wie ein moderner Arbeitskampf heute aussehen kann. Zeigt euch solidarisch und unterstützt die Kolleg*innen in den sozialen Netzwerken!

Bei den Tageszeitungen erleben wir eine immer stärker werdende Konzentration auf einzelne große Verlage. Das wurde in diesem Jahr nochmal deutlich. Die Madsack Mediengruppe hat die Nordwest Mediengruppe gekauft. Die NOZ hat den Ostfriesischen Kurier übernommen. Diese Entwicklung betrachten wir mit Sorge – gerade auch im Sinne der Medienvielfalt und den Beschäftigten vor Ort.

Auch im privaten Rundfunk wird häufig unfair und tariffern gezahlt. Hier versuchen wir gerade Kolleg*innen für die Arbeit im DJV zu gewinnen, um durchs gemeinsame Netzwerken und Betriebsratsarbeit die Bedingungen zu thematisieren und zumindest etwas zu verbessern.

Der DJV Niedersachsen wird in diesem Jahr 80 Jahre alt –  ein stolzes Alter! Das wollen wir am 9. Mai beim Landesverbandstag in gewohnt niedersächsischer Zurückhaltung feiern. Als Landesvorstand erinnern wir uns natürlich gerne mal zurück an alte Tarifabschlüsse und eine florierende Mitgliederentwicklung. Umso wichtiger ist aber die Arbeit an der Zukunft.

Wir sind überzeugt: Es braucht einen starken DJV als Gegengewicht zu den immer mächtiger werdenden Medienhäusern. Wir müssen uns als Berufsverband neu aufstellen, weil auch wir die aktuelle Entwicklung nicht aufhalten können. Am Service für unsere Mitglieder wollen wir nicht sparen und weiter mit gewohnt hoher Qualität informieren und beratend zur Seite stehen. Wir sind da, wenn die Not mal groß ist.

Mit der geplanten Beitragserhöhung ab dem kommenden Jahr sichern wir die finanzielle Zukunft des Verbands für die nächsten Jahre. Im Frühjahr 2027 läuft der Mietvertrag unserer Landesgeschäftsstelle aus. Wir werden in kleinere Büroräume ziehen, um Einsparpotenzial zu heben. Am Personal werden wir selbstverständlich weiterhin nicht sparen: Christiane Eickmann, Ursula Meschede und Franziska Münzberg beraten und unterstützen unsere Mitglieder jederzeit und fachkundig. Dafür ein großes Dankeschön.

Im Ehrenamt scheiden in diesem Jahr einige Aktive aus, die sich teils seit vielen Jahren für den DJV in Niedersachsen ehrenamtlich einsetzen. Vielen Dank für eure zuverlässige Arbeit! Gleichzeitig ist es uns gelungen, viele motivierte Mitglieder zu finden, die sich neu oder mehr im DJV engagieren wollen – auch für Berufsgruppen, für die es schon länger keine Vertreter*innen mehr gab. Ich freue mich auf den Input und die Zusammenarbeit!

Sascha Priesemann
 

 

Bericht des Schatzmeisters

18.000 Euro Defizit –  doch wir gehen die schwierige Lage an

Die gute Nachricht vorweg: Auch wenn die Zahl der Mitglieder erneut gesunken ist – von 1420 im Januar 2025 auf nur noch 1389 im Dezember 2025 – betrugen die Mindereinnahmen aus Mitgliedsbeiträgen nur 4500 Euro und waren somit nicht einmal halb so hoch wie befürchtet. Die Höherstufungen von ehemaligen Schnuppermitgliedern und Teilzeitkräften haben hierbei eine Rolle gespielt. 

Weil jedoch die Ausgaben gestiegen sind, ist das Jahresergebnis 2025 nicht so wie erhofft: 3034,53 Euro Miese hat der Landesverband gemacht – hinzu kommt die eingeplanten Entnahme von 15.000 Euro aus unseren Rücklagen. De facto ist das Vermögen also um 18.034,53 Euro geschrumpft. 

Schon beim vergangenen Verbandstag war absehbar, dass der Landesverband in ein strukturelles Defizit läuft. Drei Handlungsmöglichkeiten wurden genannt:

  • 1. Wir nehmen weiterhin ein Defizit in Kauf und reduzieren die Rücklagen.
  • 2. Wir verkleinern unser Angebot spürbar, zum Beispiel durch Wegfall der „Nordspitze“. 
  • 3. Wir erhöhen erstmals seit 2008 die Mitgliedsbeiträge.


Nun freuen wir uns als Gewerkschaft, dass es zuletzt gelungen ist, endlich wieder einen akzeptablen Abschluss für Tarifbeschäftigte an Tageszeitungen zu erreichen. Diese bekommen seit Februar dieses Jahres 3 Prozent mehr Gehalt. Als Arbeitgeber stellen wir fest: Unsere Personalkosten steigen dadurch um knapp 7000 Euro pro Jahr. Und ab 1. Januar 2027 gibt es für Vollzeitstellen weitere 110 Euro pro Monat mehr Gehalt. Schon aus demographischen Gründen wird auch die Zahl der Mitglieder sehr wahrscheinlich weiter zurückgehen. Eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge scheint deshalb unausweichlich. 

Aber das ist eine andere Diskussion, und der Landesvorstand macht dazu beim Verbandstag einen Vorschlag. Hier im Kassenbericht soll es um einen Rückblick auf die Finanzen 2025 gehen. Vorweg ein Hinweis: Alle im Folgenden genannten Zahlen sind gerundet, damit man sie leichter erfassen kann. Die detaillierten Zahlen finden sich in der Etatplanung.

Rückblick auf 2025: wichtige Kennzahlen

  • Die Einnahmen aus dem Verkauf von Presseausweisen an Nichtmitglieder lagen mit 9000 Euro auf Rekordniveau und 50 Prozent über den Erwartungen.
  • Die Erträge aus Zinsen und Wertpapieren sind im Vergleich zu den guten Erträgen aus 2024 nochmals gestiegen: auf knapp 15.000 Euro (vor Abzug von Steuern).


Alles in allem haben wir 15.000 Euro mehr eingenommen als im Etat kalkuliert. Warum ergibt sich dennoch ein Minus von 3.000 Euro? 

  • Einige Ausgaben steigen mit den Einnahmen: Je mehr verkaufte Presseausweise, desto höher die Produktions- und Versandkosten.
  • Einige Ausgaben haben wir zu niedrig kalkuliert: Büroartikel, Software, Literatur – vieles ist teurer geworden.
  • Einige Ausgaben hatten wir nicht vorausgesehen: einen neuen Laptop, einen neuen Beamer, die Neueinrichtung von Technik nach einem bürointernen Umzug oder den neuen Feuerlöscher. 
  • Und bei einigen Kosten ist der Landesvorstand seiner Linie treu geblieben: Wir zahlen faire Gehälter und sparen nicht am Mitgliederservice. Wenn wir – wie bei den Haustarifverhandlungen oder bei Streiks – verstärkt in die Öffentlichkeit gehen, dann entstehen Reisekosten, wir benötigen Broschüren und Roll-ups. Wenn das Thema KI den Journalismus verändert, dann finanzieren wir unserer Justiziarin passende Fortbildungen und leisten uns ein teures Kress-Abo, weil der Branchendienst KI sehr tiefgreifend behandelt. Und wenn Ehrenamtliche viel zu spät ihre Reisekostenabrechnung für den Bundesverbandstag 2024 einreichen, dann sagen wir natürlich nicht „Pech gehabt!“, sondern wir begleichen die Rechnung auch noch in 2025!

Bei den Einnahmen wie bei den Ausgaben haben sich also viele Etatposten anders entwickelt als geplant. Schlussendlich war die Gesamtkalkulation aber doch vergleichsweise genau. Berücksichtigt man, dass wir voraussichtlich vom DJV-Bundesverband noch rund 2000 Euro Gerichtskosten zurückerstattet bekommen, liegt das Defizit – bei einem Gesamtetat von knapp einer halben Million Euro – bei rund 1000 Euro.

Ausblick auf 2026: Strukturelles Defizit wird trotz Einsparungen größer
Steigende Personalkosten, vierstellige Kosten für den Bundesverbandstag und aufgrund des Kriegs gegen den Iran mutmaßlich geringere Erträge aus Wertpapieren – bei vermutlich weiter sinkenden Mitgliederzahlen: 2026 wird finanziell ein schwieriges Jahr. Der Landesvorstand wird deshalb auf dem Landesverbandstag vorschlagen, das strukturelle Defizit ein weiteres Jahr aus den Rücklagen auszugleichen und ab 2027 die Mitgliedsbeiträge zu erhöhen. 

Michael Wendt

Kassenbericht

Kassenbericht Haushaltsplan 2026 (PDF verschlüsselt)

Anmeldung

Anmeldungen bitte bis Freitag, 24. April an:

DJV-Geschäftsstelle, Schiffgraben 15, 30159 Hannover
Tel.: 05 11 / 3 18 08 08
E-Mail: kontakt@djv-niedersachsen.de

Wahlen

Auch in diesem Jahr bestimmen die Mitglieder des DJV Niedersachsen, wer dem Landesverband für die nächsten zwei Jahre vorsteht: Zur Wahl für den Landesvorstand stellen sich erneut Sascha Priesemann als Vorsitzender, Jan Gesthuizen als 2. Vorsitzender, Michael Wendt als Schatzmeister sowie Eva Dahlmann-Aulike als Beisitzerin. Neu als Beisitzerin kandidiert Sonja Steiner. Auch die Fachgruppen-Vorsitzenden und die Delegierten für den Bundesverbandstag werden gewählt.

80 Jahre DJV Niedersachsen

Mit einem Glas Prosecco (mit oder ohne Alkohol) stößt der Landesvorstand in diesem Jahr auf den 80. Geburtstag des Landesverbands an.

Journalist sein und lustig sein? Dat geit! 

Außerdem kommt Uwe Janssen (Foto) vorbei, um zu gratulieren. Janssen ist Redakteur bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, tourt solo unter dem Motto „Im Großen und Janssen“ als Ostfrieslanderklärer durch Niedersachen und ist außerdem Teil der hannoverschen Kabarett-Gruppe „Salon Herbert Royal“. Janssen erklärt gern, was eigentlich ein Butenostfriese ist oder ob das Bier denn nun eigentlich JeWer oder JeFer heißt.

Kandidierende beim Niedersächsischen Verbandstag

Sascha Priesemann
Jan Gesthuizen
Eva Dahlmann-Aulike
Sonja Steiner
Michael Wendt
Holger Bock
Elena Everding
Kevin Goonewardena
Jörg Wiebking
Björn Stöckemann
Karin Lüppen
Niklas Eppert
Stella-Sophie Wojtczak