Protest in Osnabrück
Unzufriedenheit wächst
21. Nov. 2010 – Der NOZ geht es gut. Das Unternehmen erzielt gute Renditen und steht in Osnabrück auf Platz 4 der Gewerbesteuerzahler. Aber der wirtschaftliche Erfolg wird auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen. 2005 hat der Verlag seinen Beschäftigten die Tarifgemeinschaft aufgekündigt. Für die Redakteurinnen und Redakteure wurde das Gehaltsniveau auf dem Stand von 2003 eingefroren. Die Bezahlung für Nachwuchsredakteure liegt sogar bis zu 30 Prozent unter Tarif.Die Unzufriedenheit wächst, zumal die Geschäftsleitung jetzt eine eigene Gehaltsstruktur durchsetzen will, die für Redakteure und Angestellte gleichermaßen gelten soll. Als die Geschäftsleitung die Aufforderung des DJV zu Haustarifverhandlungen ablehnte, protestierten knapp 20 Redakteurinnen und Redakteure in der Fußgängerzone.
»Unsere Arbeit ist mehr wert«, war auf einem Transparent zu lesen, »Qualität gibt‘s nicht zum Nulltarif« auf einem zweiten. Passanten reagierten überrascht, als sie auf Flugblättern lasen, dass die NOZ schon seit Jahren nicht mehr nach Tarif zahlt. Manche, die sich auf ein Gespräch einließen, bekundeten ihre Sympathie für die protestierenden Journalisten, andere nutzten die Gelegenheit, ihre Kritik an der Zeitung zu formulieren.
Den Redakteuren blieb nicht verborgen, dass der Personalchef etwas abseits stand und sich heimlich ihre Namen
notierte. Ihm war vielleicht entgangen, dass es sich um eine kreative Mittagspause handelte und nicht um einen Streik.
Ihre Meinung interessiert uns
Schreiben Sie uns Ihre Meinung an mailto:kontakt(at)djv-niedersachsen.de.

